Veröffentlicht am 15.01.2015

Schüttfort investiert in die Zukunft des Sachsentors

NEUBAU Für gut vier Millionen Euro wird die Ladenfläche verdoppelt – Alter Speicher fällt
von Ulf Peter Busse - Bergedorf

Das Schuhhaus Schüttfort verdoppelt seine Geschäftsfläche im Sachsentor. „Mit künftig knapp 1000 Quadratmetern wollen wir einen Impuls für die ganze Einkaufsstraße setzen“, sagt Inhaber Wido Schüttfort, der dafür finanziell tief in die Tasche seines Bergedorfer Familienunternehmens greift: Auf mindestens vier Millionen Euro taxiert er die Kosten, denn für die Geschäftserweiterung muss der gesamte hintere Bereich des Grundstücks neu bebaut werden. Nachdem die betroffenen Altbauten bereits geräumt und abgesperrt sind, rücken an der Chrysanderstraße Anfang März die Abrissbagger an. Anschließend entsteht ein dreistöckiger Neubau mit Dachgeschoss. Darin nimmt das Schuhgeschäft neben dem Erdgeschoss auch den ersten Stock ein, den die Kunden über eine repräsentative Treppe erreichen. Eröffnung ist im Herbst 2016.

„Alles ist mit dem Denkmalschutz abgesprochen, Abriss- und Baugenehmigung liegen vor“, sagt Architekt Carl Michael Römer, der nur die beiden Schüttfort-Häuser am Sachentor stehen lässt. Verschwinden werden alle vier Gebäudeteile dahinter: Der Glaspavillon gegenüber der Feuerwache, das alte, als Büro genutzte Lager, der überbaute Innenhof und jener 1827 errichtete Kornspeicher, dessen rot-weißes Fachwerk das Bild dieses Teils der Chrysanderstraße prägt. „Das Gebäude ist nicht mehr zu erhalten. Frühere Nutzer hatten bereits Balken entfernt, die für die Statik wichtig sind, zudem sind Teile der tragenden Konstruktion verrottet“, sagt Wido Schüttfort.

Dass er jetzt investiert, begründet der Schuhhändler einerseits mit dem Aufschwung des Sachsentors seit der Neue Mohnhof eröffnete, andererseits mit seiner engen Verbundenheit zum Stammsitz des 103 Jahre alten Unternehmens. „Die künftige Größe versetzt mich in die Lage, das Einkaufen zum Erlebnis zu machen. Wir können deutlich mehr als die heute 30 000 Schuhe in allen Größen präsentieren und haben Platz für Aktionen.“ Nebenbei setzt er auch draußen ein Zeichen: Mit dem Neubau zieht sich der Einzelhandel vom Sachsentor weit in die Chrysanderstraße – als Verbindung zu den Geschäften der Bergedorfer Schloßstraße und erstem Schritt zum Einkaufsbummel-Rundkurs.

Weitere Besucher-Frequenz für das östliche Sachsentor sollen Arztpraxen im zweiten und dritten Obergeschoss des Neubaus bringen. Zudem ist ein Bankautomat an der Chrysanderstraße geplant. Mit allem will Schüttfort, der auch Schuhhäuser an der Harburger Einkaufsstraße und der Eppendorfer Landstraße betreibt, die Attraktivität des stationären Einzelhandels gegen das Shopping im Internet verteidigen. Dabei betreibt er selbst längst sehr erfolgreich einen großen Online-Shop.

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