Veröffentlicht am 14.03.2015

Schüttfort-Speicher nie Denkmal gewesen

(Bergedorf upb)

Der 200 Jahre alte Schüttfort-Speicher, der dem Neubau eines Schuhauses an der Chrysanderstraße weichen soll, ist nach Sicht des Denkmalschutzamtes nicht schutzwürdig.

Mit deutlichen Worten zieht das Denkmalschutzamt einen Schlussstrich unter die lebhafte Diskussion über die Abrisspläne für den Schüttfort-Speicher an der Chrysanderstraße: "Das Gebäude wurde zu keinem Zeitpunkt im Verzeichnis der erkannten Denkmäler oder der Denkmalliste geführt", heißt es in der Antwort zu einem Auskunftsersuchen der Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung.

Auch die Grünen hatten dem Abriss zugestimmt
Die Grünen wollen erst durch den Artikel unser Zeitung Mitte Januar von den Neubauplänen des Schuhhauses Schüttfort an der Chrysanderstraße erfahren haben, für die der knapp 200 Jahre alte Kornspeicher im März weichen soll. "Tatsächlich wurde das Projekt samt Abriss aber schon 2014 einstimmig von allen Fraktionen im Bauausschuss beschlossen", stellte Bezirksversammlungspräsident Werner Omniczynski jetzt im Hauptausschuss klar.

Sanierung wäre zu teuer und uneffektiv
Eindeutig auch das Urteil des Denkmalschutzamtes. Bereits 1996 sei per Gutachten festgestellt worden, dass die Bausubstanz des Speichern extrem marode war: "Eine Sanierung hätte einen Verlust von 80 Prozent der denkmalwerten Bausubstanz bedeutet und wäre zudem aufgrund der hohen unrentablen Sanierungskosten wirtschaftlich nicht zumutbar gewesen. Ein Erhalt war damit denkmalfachlich nicht sinnvoll." Wolle der Bezirk trotzdem die Fassade erhalten, müsste er eine städtebauliche Erhaltensverordnung erlassen.

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