Veröffentlicht am 01.03.2015

Schüttfort darf in einer Woche abreißen

Bauausschuss: Kritiker überstimmt
von Ulf-Peter Busse - Bergedorf

Seit gestern, 18.32 Uhr, ist der Abriss des knapp 200 Jahre alten Schüttfort-Speichers nicht mehr zu stoppen. Die letzte, wenn auch eher theoretische Chance, noch Einfluss auf das Projekt des Schuhhändlers an der Ecke Sachsentor/Chrysanderstraße zu nehmen, verhinderten SPD und CDU mit ihrer Mehrheit im Bauausschuss.

Die Entscheidung fiel gegen den erbitterten Widerstand von Grünen und Linken, die gern noch Licht ins Dunkel einer Entscheidung des Denkmalschutzamtes gebracht hätten, das die Gebäude in einem 1997 angestrengten Verfahren nicht unter Denkmalschutz stellte: "Das ist die Bergedorfer Koalition der Verschwiegenheit" kommentierte Robert Gruber (Linke) das Votum, das auch die Offenlegung der alten Akten abschmetterte. Grünen-Kollege Thorsten Scharnke: "Man kann nur beschämt und verständnislos mit dem Kopf schütteln, wie die Mehrheit dieses Ausschusses dem Abriss zuschaut. "Der kann nun wie geplant kommende Woche beginnen und Platz für den vier Millionen Euro teuren Neubau mit verdoppelter Ladenfläche schaffen. Die Demontage des Pavillon-Anbaus ist sogar schon angelaufen.

Dass SPD und CDU alle Versuche abschmetterten, auch die vom Kultur- & Geschichtskontor angeregte Erhaltung von Fassade und Dach, liegt an der bereits seit Monaten eindeutigen Beschlusslage: "Im Juli 2014 hat dieser Ausschuss dem Bauantrag in der vorliegenden Form einstimmig das Okay gegeben", betonte Bezirksversammlungs-Präsident Werner Omniczynski (SPD). "Der Vorbescheid für den Abbruch ist sogar schon aus 2011."

Er warb ausdrücklich darum, die Glaubwürdigkeit der Politik nicht aufs Spiel zu setzen: "Selbst wenn wir uns damals geirrt hätten, wir dürfen jetzt, kurz vor Toresschluss, nicht plötzlich zurückrudern."

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