wir zeigen Ihnen wie ein Schuh entsteht

Traditionelles Handwerk mit großartiger Handwerskunst

Unter Schuh Machart versteht man im Schuhster Handwerk die Verbindung von Schuhschaft (dem Oberteil) und Schuhboden (der Sohle). Die Machart ist sehr entscheidend für den Preis, die Haltbarkeit, die Reparaturfreundlichkeit und Passformstabilität des Schuhs. Sie gilt neben dem verwendeten Material als Hauptkriterium zur Qualitätsbeurteilung eines Schuhs.

AGO Schuhe

AGO ist eine praktische und relativ schnell durchführbare Machart, die bei allen Schuhtypen anwendbar ist. Ihr Name stammt vom gleichnamigen Klebstoff, der für diese Fertigungstechnik verwendet wird. Der italienische Gerbereimechaniker Dr. F. Rampichini entwickelte um 1911 diesen Klebstoff auf der Basis von Kollodiumwolle, mit dem es erstmals gelang, Leder mit Leder fest und haltbar zu verbinden. Diese Neuerung nannte Rampichini "Another Great Opportunity", kurz Ago. Die Machart löste in den Zwanziger Jahren die genähten Schuhe weitgehend ab. Heute ist der überwiegende Teil der Schuhe Ago-gefertigt. Ago-Schuhe sind leicht und formbeständig. In die Schuhe ist in der Regel eine Decksohle eingelegt unter der man die Zwicktäcks erkennen kann. Gelegentlich sind Klebstoffreste am Rand zwischen Oberleder und Sohle sichtbar.

California Schuhe

Die California-Machart kommt wie ihr Name schon verrät aus dem Westen der USA. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die Zeit der amerikanischen Bürgerkriege. In der Stadt Napa, einem ehemaligen Zentrum für die Schuh- und Lederindustrie nördlich von San Francisco, entwickelten Frauen eine Machart, die ausschließlich mit Hilfe von Steppmaschinen durchführbar ist. Da sich ihre Männer im Krieg befanden, konnten sie die schweren Arbeitsschritte der Bodenbefestigung nicht ausfahren. Typisch für California-Schuhe und meist auf den ersten Blick erkennbar ist der sogenannte Bezugsstreifen, ein gespaltener Streifen Oberleder, der ringsum an die Unterseite des Schaftes angenäht wird, mit einer dicken, weichen Zwischensohle verbunden. Drückt man das Schaftleder zur Seite, ist die Naht zwischen Schaft, Textilbrandsohle und Bezugsstreifen erkennbar. Da California-Schuhe nicht über einem Leisten gearbeitet werden, sind sie, ähnlich wie Mokassins, nicht sehr formbeständig. Durch die weiche Zwischensohle sind sie sehr angenehm im Auftritt und damit gewissermaßen die Vorläufer von Luftpolstersohlen. Die Machart wird häufig für Hausschuhe eingesetzt.